Von der Betreuungskirche zur Beteiligungsgemeinde

In unserer Kirchengemeinde sind viele Menschen ehrenamtlich tätig. Sie sind aus unserer Gemeinde nicht wegzudenken, denn durch sie wird unsere Gemeinde sichtbar und erfahrbar. In allen Bereichen des Gemeindelebens bringen sich die Ehrenamtlichen ein: in der Gemeindeleitung, in Gottesdienstteams, als Prädikantinnen und Prädikanten, als Leiterinnen und Leiter von Kleingruppen und Hauskreisen, im Bereich des Besuchsdienstes, in der Kirchenmusik, bei Gemeindefesten, beim Erstellen und Verteilen der Gemeindebriefe und in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Ehrenamtliche übernehmen Verantwortung, freiwillig und engagiert, teilweise öffentlich sichtbar, teilweise mehr im Hintergrund.

In einem Interview mit dem evangelischen Magazin „chrismon“ begrüßte der evangelische Theologe Jürgen Moltmann den Übergang von der Betreuungskirche zur Beteiligungsgemeinde und meinte: „Jeder, der dafür begabt ist, sollte predigen dürfen. Es gibt nicht den Pfarrer und seine ehrenamtlichen Mitarbeiter, sondern es gibt nur die aktive Gemeinde, die ihre Mitarbeiter wählt und auch ihre Predigerinnen und Prediger beauftragt.“

Auch damit machen wir Erfahrungen, zum Beispiel in unserem „Anderen gottesdienst“ in der Hohenkreuzkirche in der Zusammenarbeit mit dem CVJM. Zahlreiche Mitarbeitende bringen ihre ganz unterschiedlichen Begabungen in die Gestaltung und Leitung dieser Gottesdienste mit ein.

Gewiss gilt auch: Niemand muss mitmachen. Man kann seine Kirche auch nur von Zeit zu Zeit in Anspruch nehmen, wenn man etwas braucht. Es gibt nicht die eine Form für alle. Jede und jeder versteht sich in unterschiedlicher Nähe und Distanz zum Gemeindeleben.

Letztlich ist das, was uns als Kirchengemeinde aufgetragen ist, nicht von uns machbar. Dass Menschen in unserer Gemeinde Gott erfahren, auf sein Wort hören können und im Glauben gestärkt werden, das ist bei allem Engagement und aller Aktivität nicht zu planen. Wir können Gott im Gebet nur darum bitten und Jesus Christus vertrauen, der sagt: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Mt. 28,20).
                           Ihr Pfarrer Enno Knospe

 

 

Drucken